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#4- Rennbericht Salzburgring

#4- Rennbericht Salzburgring

Nach einer intensiven Vorbereitungsphase ging es für uns vom 03-06.09 an den Salzburgring. Mit dabei war erstmals unser neu aufgebauter VW up! GTI. Nach der vergangenen Zeit, in der das Team Topcar Sport das Auto komplett neu aufgebaut und vorbereitet hatte, war die Vorfreude entsprechend gross.

Bereits in den freien Trainings am Donnerstag und Freitag konnte ich mich von Anfang an sehr wohl im  Auto fühlen. Das Team hatte beim Setup einen super Job gemacht und wir fanden direkt eine gute Abstimmung. Dadurch konnte ich schnell Vertrauen ins Auto aufbauen und mich auf die Besonderheiten des Salzburgrings konzentrieren.


Am Samstagmorgen stand das erste Qualifying an. Die Bedingungen waren dabei alles andere als einfach: Die Ideallinie war trocken, während der Rest der Strecke noch nass war. Trotzdem entschieden wir uns für Slicks. Der Luftdruck passte von Anfang an sehr gut, wodurch ich bereits direkt aus der Boxengasse schnelle Zeiten fahren konnte. Über längere Zeit lag ich damit im vorderen Mittelfeld und hatte eine gute Ausgangslage für eine starke Qualifying-Zeit. Leider machte ich anschliessend einen Fehler bei der Taktik. Statt mich frühzeitig einer Gruppe anzuschliessen und den entscheidenden Windschatten zu nutzen, fuhr ich zu lange alleine weiter. Gerade auf dem Salzburgring ist das entscheidend, da man auf den langen Geraden enorm von einem guten Windschatten profitieren kann. Als ich mich erst gegen Ende des Qualifying einer Gruppe anschloss und vom Windschatten profitieren konnte, war es für eine weitere schnelle Runde bereits zu spät. Am Ende bedeutete das Platz 16. Definitiv nicht das Ergebnis, das aufgrund des vorhandenen Potenzials möglich gewesen wäre – aber eine wichtige Lektion für mich als Fahrerin.


Vom 16. Startplatz ging es am Samstagnachmittag ins erste Rennen. Der Start gelang mir solide und ich konnte mich direkt gut ins Renngeschehen einbringen. In der Spitzkehre kam es dann allerdings zu einem Kontakt mit einem Auto vor mir. Das Fahrzeug vor mir drehte sich und traf mich dabei zusätzlich, wodurch auch mein Auto herumgedreht wurde. Zum Glück konnte ich das Rennen fortsetzen, musste mich danach aber am Ende des Feldes wieder einreihen. Von dort aus begann die Aufholjagd. Über die Renndistanz konnte ich noch einige Positionen gutmachen, kämpfte mich wieder nach vorne und überquerte die Ziellinie schliesslich auf Platz 8. Leider erhielt ich aufgrund des Kontakts anschliessend eine etwas fragwürdige 10-Sekunden-Strafe. Der Kontakt entstand in einer typischen Rennsituation: Ich befand mich auf der Innenspur der Kurve und fuhr mit höherem Tempo hinein, während das Auto vor mir leicht versetzt auf der Aussenspur war. Im Verlauf der Kurve lenkte das Fahrzeug vor mir dann jedoch abrupt auf meine Innenspur ein. Da ich mich zu diesem Zeitpunkt bereits am Scheitelpunkt befand und dort wieder beschleunigte, konnte ich den Kontakt mit dem Heck des vorausfahrenden Autos nicht mehr vermeiden.

Für mich war dies ein Rennunfall, wie er gerade im Tourenwagensport aufgrund der engen Positionskämpfe durchaus vorkommen kann. Daher war die anschliessend ausgesprochene 10-Sekunden-Strafe für mich persönlich etwas fragwürdig. Damit wurde aus Platz 8 im Ziel schlussendlich Platz 11 im Klassement.


Am Sonntagmorgen ging es früh  mit dem zweiten Qualifying los. Diesmal konnte ich mich von Beginn an an meine beiden Teamkollegen anhängen und wir konnten den Windschatten auf dem Salzburgring optimal nutzen. Ich fühlte mich erneut sehr wohl im Auto und konnte konstant pushen. Es gelang mir, die weitere Windschatten-Taktik so umzusetzen, dass ich mich in meiner persönlichen Bestzeit gegenüber dem ersten Qualifying um mehr als eine Sekunde steigern konnte. In dem extrem engen Feld bedeutete das schlussendlich Platz 12 – eine deutliche Verbesserung und eine gute Ausgangslage für das zweite Rennen.


Am Sonntagmittag stand dann das zweite Rennen auf dem Programm. Der Start musste allerdings gleich zweimal aufgrund fehlerhafter Startpositionen anderer Fahrer mit Rot unterbrochen werden. Erst beim dritten  stehenden Start konnte das Rennen tatsächlich gestartet werden. Ich erwischte einen soliden Start und konnte bereits eine Position gutmachen. Von Beginn an war ich Teil der Mittelfeldgruppe und hatte einen sehr vielversprechenden Speed. Ich konnte mich im Laufe des Rennens zeitweise bis auf die Plätze 7 und 8 nach vorne arbeiten und hatte das Gefühl, dass in diesem Rennen noch einiges möglich gewesen wäre. Doch dann war das Glück erneut nicht auf meiner Seite. Plötzlich hatte der Motor aus dem Nichts keine Leistung mehr. Zusätzlich setzte ein starkes und unerklärliches Stottern ein, weshalb ich das Auto schliesslich in die Boxengasse bringen und das Rennen vorzeitig beenden musste.

Die genaue Ursache für den Leistungsverlust ist aktuell noch nicht geklärt und wird nun gemeinsam mit dem Team untersucht.


Alles in allem war es leider kein Rennwochenende, das die Ergebnisse widerspiegelt, die eigentlich möglich gewesen wären. Gerade im zweiten Rennen hat sich gezeigt, dass die Pace und das Potenzial für deutlich bessere Platzierungen vorhanden waren. 

Trotzdem nehme ich auch einige positive Punkte aus dem Wochenende mit. Mit dem neu aufgebauten VW up! GTI habe ich mich von Anfang an sehr wohlgefühlt und konnte gemeinsam mit dem Team einen guten Speed aufbauen. Ein grosses Dankeschön geht an das gesamte Team von Topcar Sport für die super Arbeit und den Einsatz über das gesamte Wochenende.


Vielen Dank auch an alle Unterstützer und Sponsoren, die uns direkt vor Ort an der Rennstrecke begleitet und unterstützt haben. Und natürlich an alle, die das Wochenende via Livestream und Live Timing verfolgt und mitgefiebert haben!


Jetzt heisst es, die Daten und das technische Problem genau zu analysieren, die positiven Erkenntnisse mitzunehmen und beim nächsten Rennwochenende am 17.10 & 18.10 auf dem Nürburgring wieder anzugreifen. 🏁

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